Campusleben – Luftqualität im Fokus

Shownotes

In dieser Folge sprechen Maya und Abhinav mit Prof. Dr. Katja Manschreck über das neue Luftqualitätsprojekt auf dem TechCampus. Wir erfahren, was auf dem Campus gemessen wird, wie aus den Daten klare Erkenntnisse entstehen und warum daraus ein Reallabor für Studierende wird. Außerdem geht es darum, wie Schulen eingebunden werden, welche Chancen das Projekt für die Zukunft des Campuslebens bringt und was diese Entwicklungen für uns alle bedeuten. Eine spannende Einblicke-Folge rund um Forschung direkt vor Ort.

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00:00:04: Willkommen zu einer neuen Folge von HIN mit allem.

00:00:06: Ich bin Maja

00:00:07: und ich bin Abinav.

00:00:08: Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt.

00:00:10: Heute sprechen wir über ein Thema, das uns alle betrifft, aber die meisten im Alltag kaum etwas mitbekommen, und zwar Luftqualität.

00:00:17: Auf dem Tech Campus entsteht gerade ein richtig spannendes Projekt.

00:00:20: Ein Messnetz, das analysiert, wie sich die Luft an verschiedenen Orten verändert und was das für unseren Campus bedeutet.

00:00:26: Gleichzeitig wird das Ganze ein Real-Labor, in dem wir Studierende selbst mitarbeiten können.

00:00:31: Und dafür haben wir heute eine Expertin zur Gast, Frau Professorin Dr.

00:00:35: Katja Manschreck.

00:00:37: Sie lernt und forscht im Bereich Umwelt und Messtechnik und koordiniert das gesamte Luftqualitäts-Messnetz.

00:00:43: Und bevor wir inhaltlich einsteigen, kommt wie immer unsere traditionelle Frage zum Aufwärmen.

00:00:48: Frau Manschreck, wie essen Sie denn Ihren Döner?

00:00:50: Mein Döner esse ich am liebsten mit allem und ein bisschen scharf, aber ohne Fleisch, aber sehr gerne mit Käse.

00:00:59: Segment eins, hinter dem Projekt.

00:01:02: Frau Mantreck, möchten Sie sich vielleicht kurz vorstellen, was Lehre und Erforschung Sie an der Hochschule, Herr Bronn?

00:01:08: Ja, wie gesagt, mein Name ist Katja Mantreck und ich bin seit zwei Tausend Fünfzehn an der Hochschule in Heilbronn und leere dort Chemie.

00:01:18: Ich bin Professorin für Chemie.

00:01:20: Und hab dort verschiedene Fächer.

00:01:23: In Chemie hat man ja ganz verschiedene Fächer, organische Chemie.

00:01:27: Anorganische Chemie kennen wir vielleicht noch von der Schule.

00:01:30: Und genau, und forschen.

00:01:35: Da ist eigentlich mein Fokus auf der analytischen Chemie.

00:01:39: Sehr schön.

00:01:41: Wie sind Sie persönlich zu dem Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und speziell Luftqualität gekommen?

00:01:47: Ja.

00:01:48: Genau, wenn man das so genau wüsste.

00:01:50: Also ich habe ja eben Chemie studiert.

00:01:54: Und davor war ich ja eben Abitur gemacht und hatte da Leistungskurs.

00:01:59: Biologie.

00:02:04: Ja, kommt ja das Thema Umwelt auch natürlich vor, aber ich weiß noch, da kam mal mein Biolärer und hat gesagt, da machst du jetzt mal einen Vortrag zu, musste jeder einen Vortrag halt zu einem Thema machen, was er ausgesucht hat.

00:02:16: Und dann hat er mir da so ein Artikel von Spektrum der Wissenschaft vorgelegt und das hieß der Treibhauseffekt, das war irgendwie in den achtziger Jahren.

00:02:26: Ich habe das noch nie gehört und ich glaube, er auch nicht.

00:02:29: Also ich glaube, der wollte einfach mal, der hat gesagt, ich habe das beim Durchblättern gefunden und ich fand es interessant.

00:02:36: Und dann habe ich gesagt, na gut.

00:02:38: les ich das halt jetzt auch einmal durch und das hat mir ich gefallen.

00:02:41: Also das fand ich wirklich toll, was da so in der, also das in der Atmosphäre wirklich was chemisch los ist und und physikalisch los ist und das hat mich wirklich gepackt.

00:02:53: Also das war, glaube ich, auch so eines der ersten Themen in der Schule, wo ich wirklich dachte, boah, toll.

00:02:59: Und im Studium gab es es bei uns leider nicht.

00:03:02: Ich habe das, also ich habe ja ganz normal Chemie studiert.

00:03:09: Und bei uns an der Uni gab es halt dieses Fach nicht.

00:03:11: Es hat einfach keinen Profi bei uns gemacht.

00:03:14: Und dann bin ich aber zur Promotion, habe ich mir dann eine Stelle gesucht, wo Atmosphäre in Chemie gemacht wird, gibt es in Deutschland und gab es damals auch an nicht so vielen Unis- und Forschungszentren mittlerweile ein bisschen mehr.

00:03:29: Und ich bin dann... ans Forschungszentrum Jülich, dort, das ist eben ein so ein Hotspot schon immer gewesen, ist es auch immer noch zum Thema Atmosphärenchemie und dort habe ich dann promoviert auf dem Bereich und so bin ich eigentlich dann auch natürlich zur Luftchemie endlich gekommen und ja und finde es auch immer noch ein ganz spannendes Thema.

00:03:51: Okay, was hat sie denn motiviert, ein eigenes Luftqualitätsmessnetz auf dem Tech Campus aufzubauen?

00:03:59: Ja, was hat mich da motiviert?

00:04:01: Also wie gesagt, es ist schon irgendwie mein Thema, dass ich habe noch ein anderes Thema mit an die Hochschule gebracht, aber dieses Luftqualitätsthema eben auch und dieses Thema Analytik, also was ist wo drin?

00:04:17: Also zum Beispiel in der Luft, das habe ich ja dann auch in der Promotion schon gemacht und war auch nach der Promotion dann noch sechs Jahre lang auf der Umweltforschungsstation auf der Zugspitze.

00:04:31: Hab dort eben dann noch sechs Jahre geforscht zum Thema Luftqualität und war dort auch ein Teil von einem Messnetz.

00:04:41: oder diese Station auf der Zugspitze.

00:04:44: Die gehört in Deutschland zur Station auf dem Hohen Peißenberg.

00:04:49: Ich weiß nicht, ob Sie das kennen.

00:04:50: Das ist in Oberbayern eben, eben vierzig Kilometer nördlich.

00:04:53: Der Zugspitze ist noch so ein Berg.

00:04:56: Und da hat der Deutsche Wetterdienst sein Observatorium drauf.

00:05:00: Und diese beiden Stationen können zu einem ganz großen weltweiten Messnetz.

00:05:04: Also da war auch schon dieses Thema Messnetze ganz wichtig.

00:05:08: Und das auch beide Stationen können... zu einem nationalen Messnetz vom Umweltbundesamt.

00:05:14: Also Messnetz ist schon immer so ein Thema gewesen, weil wir ja wirklich Messdaten brauchen, um irgendwelche Erkenntnisse zu kriegen.

00:05:24: Und genau, also das war schon immer so klar ein Thema.

00:05:29: Das ist es auch einfach in der Umweltforschung, diese verschiedenen Messungen machen.

00:05:36: und dann kam ja bei uns am Tech Campus in Sonntag, kam ja eben dann dieses Projekt auf mit dem Klimaweltchen, dass die da jetzt wirklich auch schon abgeschlossen haben, also den Bäumen bis jetzt nur noch wachsen.

00:05:51: Das ist ja wirklich ein sehr schönes Projekt und um einfach dort so ein bisschen die Aufenthaltsqualität noch besser zu machen.

00:05:59: Also wir sind ja schon echt schön grün, aber Und haben dann schon viel Grünflächen und Wehr, aber das ist wirklich nochmal eine ganz schöne Begrünungsmaßnahme.

00:06:09: Und da hieß es dann, Mensch, könntet ihr nicht von eurem Studiengang um Welt- und Prozessingenieurwesen, könntet ihr da nicht messen.

00:06:17: Irgendwie dieses Projekt auch bisschen wissenschaftlich begleiten.

00:06:22: Und dann habe ich da gleich mal gesagt, ja, warum denn nicht?

00:06:26: Also so kam ich dann dazu auf dem... Tech Campus, das eben jetzt zu installieren.

00:06:32: Genau.

00:06:32: Ach, schön.

00:06:34: Richtig interessant.

00:06:35: Welche Bedeutung hat so ein Reallabor aus Ihrer Sicht für Studierende?

00:06:40: Also wir haben eigentlich bei diesem Messnetz, das heißt, das nennen wir ja Urban Air Lab, das haben wir eigentlich gemeinsam von ganz Anfang an mit Studierenden von unserem Studiengang.

00:06:55: geplant.

00:06:55: Also da gab es mal einen Ideenwettbewerb in der Projektwoche.

00:06:59: Wir haben immer für unser erstes eine Projektwoche und dann hatten wir da mal eine Idee, also einen Ideenwettbewerb gemacht zu diesem Messnetz.

00:07:11: Wie kann das aussehen?

00:07:12: Was wollen wir messen?

00:07:13: An welchen Messpunkten auf dem Campus macht das überhaupt Sinn?

00:07:18: Und die haben das dann schon wirklich super geplant.

00:07:22: Dann haben wir Dann haben wir natürlich da, also da haben die sich schon mal total beteiligt, dann haben wir da natürlich dann unsere Messboxen, die wir ja selber bauen, wo die ganze Sensorik drin ist und die ganze Elektronik, da geht es also viel um Sensormessungen, um Analytik, um Daten, um Digitalisierung, um Statistik, Auswertung und Datenübertragung und all diese Themen, die man ja eben nicht nur hat, Wenn man jetzt irgendwie Luftqualität mehr will, sondern hat man ja in jedem Fertigungsprozess, der digitalisiert ist, vielleicht also das Thema Digitalisierung ist da ganz wichtig und da können sich natürlich Studierende von ganz verschiedenen Richtungen dann mit unseren Themen befassen.

00:08:09: Und das ist eben schön, weil es ja eben nichts Vorgefertigtes ist.

00:08:13: Das ist ja eben das in Realabor.

00:08:16: Soll ja eben was sein, wo man nicht eine Versuchsvorschrift kriegt, so mach mal und dann wird es nachher aus.

00:08:23: Viele vorher auch schon so gemacht.

00:08:25: Ne, sondern es ist ja was Neues, wo man jetzt eben ohne vorgefertigte Fragestellung an was arbeiten kann.

00:08:31: Und das finden wir gut und die Studierenden eigentlich auch.

00:08:34: Ja, wichtig auch.

00:08:37: Segment zwei, das Messnetz

00:08:39: im Überblick.

00:08:41: Wenn Sie das Projekt einfach erklären müssten, was ist dieses Luftqualitätsmessnis eigentlich?

00:08:46: Ich selber muss sagen, ich hatte nicht so viel mit Biologie, Chemie und so was am Hut, auch in der Schule schon nicht.

00:08:53: Ich hatte Biologie zwar auch im Abi, aber ich habe also vor allem in die Richtung... Das war jetzt nicht so mein Interessengebiet, würde ich sagen, was wirklich für mich spannend war auch.

00:09:04: Ich habe jetzt aber mal auch vor unserer Aufnahme so ein bisschen recherchiert auch über das Thema.

00:09:08: Finde ich sehr spannend, aber ich selber könnte es jetzt auch gar nicht in Worte fassen oder das irgendwie erklären.

00:09:12: Haben Sie da irgendwie eine supergute, wie so ein Merksatz, eine Erklärung, die man an Studierende vielleicht weitergeben kann?

00:09:18: Also was dieses Luftbaritätsmessnetz eben eigentlich ist, ist die Frage genau.

00:09:24: Ja, gute Frage.

00:09:27: Also wir haben ja eben ein Thema, nämlich Luftqualität und das ist für uns gar nicht so ganz präsent, weil was ganz Tolles passiert ist in Deutschland und in Europa, dass sich nämlich die Luftqualität wahnsinnig verbessert hat.

00:09:43: Also wenn Sie mal Ihre Eltern fragen zum Beispiel oder Ihre Großeltern, dann werden Sie da hören und wenn die vielleicht sogar irgendwie, wo gewohnt haben, wo es mehr Industrie gibt als als bei uns hier, zum Beispiel in Duisburg oder so, wo viel Kohle haben.

00:10:01: Dort hatten die so in den Siebzigerjahren und noch in den Achtzigerjahren ja richtig Umweltprobleme, also richtige, dreckige Luft, dreckige Wässer und wir haben Also und da ist so viel passiert, die Luft ist wirklich, die Luftqualität ist richtig gut geworden.

00:10:20: Also das ist eine totale Erfolgs-Story und da haben wir im Bereich Umwelt mehrere.

00:10:26: Also es geht nicht nur alles den Bach runter, gar nicht.

00:10:29: Wir haben da schon mehrere in den letzten, sag ich mal.

00:10:33: drei, vier, fünf Jahrzehnten ganz tolle Erfolge.

00:10:38: Und ein Erfolg ist wirklich die Luftqualität.

00:10:40: Also die Luft, die wir atmen, die ist viel, viel besser geworden und ist in anderen Ländern auch aber eben noch nicht so gut.

00:10:48: Also wir sind da gar nicht schlecht, weil wir uns auch wirklich sehr, sehr stark bemüht haben, die Luftqualität besser zu machen.

00:10:55: Es geht ja eben vor allem um die Luftschadstoffe.

00:10:59: die eben schlecht sind für unsere Gesundheit.

00:11:03: Wir haben noch andere Luftschadstoffe, zum Beispiel die Klimagase, um die geht es uns jetzt hier nicht.

00:11:08: Die messen wir jetzt hier nicht, sondern es geht jetzt um die Luftschadstoffe, die für unsere Gesundheit schlecht sind.

00:11:14: Und die werden überwacht in den Städten und auch außerhalb rutinemäßig von Behörden, die dafür den Gesetzesauftrag haben, weil es nämlich Grenzwerte gibt, die eingehalten werden müssen.

00:11:29: Ich glaube, das Thema Luftqualität, das kennt man höchstens vielleicht aus der Wetterapp.

00:11:32: Ich weiß nicht, ob du das kennst.

00:11:34: Ja,

00:11:34: ich kenne das.

00:11:35: Das steht ja immer ganz groß drauf.

00:11:37: Ja, genau.

00:11:38: Das gibt es ja extra so eine Spalte für.

00:11:40: Was genau sind denn Beispiele?

00:11:42: Haben sie irgendwie Beispiele für diese, die Sie jetzt auch wirklich untersuchen?

00:11:46: Genau, das sind... Die Gase, die nenne ich jetzt einfach mal chemisch, weil

00:11:51: das

00:11:51: mutig einzu, das ist das CO, also das Kohlmonoxid, dann die Stichoxide, können wir vielleicht auch so vom Titelskandal, also das NO und NO-II.

00:12:03: Und das Ozone.

00:12:05: Das Hauptbestandteil von Sommersmog.

00:12:08: Und das wird ja nicht emittiert wie die anderen, die ich jetzt genannt habe, sondern es wird erst noch in der Atmosphäre chemisch gebildet.

00:12:15: Das ist aber das, was uns im Sommer zu schaffen gemacht hat.

00:12:19: Total.

00:12:20: Vor dreißig Jahren gab es noch Ozonealarm.

00:12:24: Im Sommer immer.

00:12:25: Das kennen Sie gar nicht mehr.

00:12:27: Und das ist tatsächlich viel, viel besser geworden.

00:12:32: Und dann messen, die messen wir, also das Kohlmonoxid, die Stickoxide, das Ozone und den Feinstaub.

00:12:37: Das kennen Sie ja auch so vom, das wird ja auch immer mal wieder thematisiert und das sind alles Schadstoffe, die erstens schlecht sind für unsere Gesundheit, wie die Atmungsorgane, vor allem für sensible Menschen und die auch Grenzwerte haben und die vor allem in den Städten aus dem Verkehr kommen, also die einfach immer verkehrsdominiert sind.

00:13:02: Die Quellen auch aus Industrieprozessen, aber hauptsächlich kommen die aus dem Verkehr.

00:13:09: Und das sind die Substanzen, die wir auch messen.

00:13:12: Und einige davon haben auch oder die meisten haben auch Grenzwerte.

00:13:17: Und Grenzwert heißt eben, das ist ja von der EU vorgegeben, das ist ein Gesetz und das muss dann eben gemessen werden von Behörden.

00:13:26: Die haben den Gesetzesauftrag, das zu überwachen und wenn es Überschreitungen gibt, dann ist es schlecht.

00:13:31: Da muss man auch oft bezahlen.

00:13:33: Ja,

00:13:33: zum Beispiel bei Autos wird das ja auch geschaut, dass

00:13:36: Autos

00:13:36: dann so ein Messwert haben.

00:13:38: Genau, da hat man auch, dann wird es aber auf dem Bruststand gemessen, und wir messen eben dann das, was wir als Menschen, als Bürgerinnen und Bürger auch abkriegen.

00:13:50: Das muss zum Schutz der Gesundheit dann auch gemessen werden.

00:13:54: Ob das, was die Autos emitieren, ob das die Grenzwerte einhält, was wir dann auch einatmen.

00:14:06: Genau und deshalb gibt es ja diese offiziellen Messnetze vom Umweltbundesamt oder in Baden-Württemberg.

00:14:13: Da kann man noch mal ein eigenes vom Landesamt für Umwelt.

00:14:16: Also hat jedes Bundesland aber noch mal eigenes Messnetz und die haben alles ein bisschen unterschiedliche Aufgaben.

00:14:23: Und in Heilbronn zum Beispiel haben wir zwei Stationen vom LOBW, das ist das Landesumweltamt.

00:14:34: und die messen da eben die Luftqualität an zwei verschiedenen Stationen, das sind aber überhaupt nicht, also die messen da, wo sie messen müssen, weil das eben gesetzlich so vorgegeben ist, das ist aber überhaupt nicht da, wo die Menschen wohnen.

00:14:52: Und das möchte man künftig besser machen.

00:14:56: Aber das müssen die Behörden gar nicht machen.

00:14:59: Also das werden die auch nicht machen.

00:15:01: Also warum auch, das müssen sie nicht.

00:15:05: Aber wenn man wissen möchte, wie sehr die Menschen an verschiedenen Stellen, in den Städten, in Wohngebieten, also wo auch immer, was die da für Luft atmen.

00:15:18: oder wenn man auch oder es gibt auch andere Fragestellungen, können wir vielleicht nachher noch drauf, dann muss man eben etwas dichter aufgelöst messen und in der reichen zwei Stationen nicht in so einer großen Station.

00:15:30: Wir haben am Tech Campus ja schon so eine kleine Stadt, also ein bisschen Begrünung, dann haben wir vorne am Haupteingang ist echt eine befahrene Straße, also da ist morgens wirklich was los, dann haben wir hinten so ein Sportplatz, da gibt es danach immer nur noch Schrebergärtchen.

00:15:48: eher sauber, vermuten war, wenn die nicht gerade alle grillen oder so.

00:15:52: Wir wissen es nicht.

00:15:54: Also wahrscheinlich eher ein bisschen, da fahren direkt keine Autos.

00:15:58: Dann haben wir ein Parkplatz, dann haben wir einen so einen Innenhof und so weiter.

00:16:03: Also wir haben schon da auch so verschiedene Settings und wollen eben mal schauen, ob wir da mit unseren Messgeräten Unterschiede sehen.

00:16:11: Sind die da empfindlich genug?

00:16:12: Haben wir überhaupt Unterschiede in der Luftbelastung?

00:16:16: Und Das Justinus Kerner Genassim ist ja wirklich genau auf der anderen Straßenseite.

00:16:21: Und das Witzige ist, die haben schon kurz vor uns so ein Klimaweltchen angebaut.

00:16:28: Das ist auch schon weitergedient.

00:16:31: Das ist aber ein bisschen anders.

00:16:32: Das sind nicht Bäume, sondern das sind mehr so ... so große Büsche.

00:16:37: Das ist ein bisschen dicht, also einfach ein bisschen anders und das interessiert uns auch.

00:16:42: Und die Lehrer dort möchten das eben auch wirklich, die haben das ja auch gemacht, um das dann um bestimmte Dinge da mit ihren Schülern zu machen und so eine Messbox.

00:16:52: passt bei denen eben auch wirklich sehr gut rein, eine Messstation, weil die natürlich auch mit Themen wie Digitalisierung, Sensorik, Luftqualität, das sind auch alles Themen, die im Lehrplan sind, von der achten bis zur zwölfen Klasse.

00:17:07: Und die wollen eben da auch an verschiedenen Stellen immer das so einbringen und wir wollen uns da auch natürlich beteiligen und die Schüler da dann auch Mitnehmen, Workshops.

00:17:18: Richtig

00:17:18: schön, dass es dann so praktisch auch

00:17:20: ist.

00:17:21: Das hätte mich damals auch, glaube ich, mehr interessiert, hätte ich es praktisch gesehen und nicht nur in einem Buch.

00:17:26: Das ist mega interessant, dass man das dann auch sieht.

00:17:28: Ja, ich glaube auch.

00:17:29: Also da erhofft man uns ganz viel Zuspruch auf.

00:17:33: Und es weckt dann auch mehr Interesse an den Schülern bestimmt.

00:17:37: Segment drei.

00:17:38: Von der Messung zu Erkenntnis.

00:17:41: Wenn wir uns eine Messstation anschauen.

00:17:43: Wie misst sie grundsätzlich, was in der Luft passiert, ohne technische Details?

00:17:48: Also ganz ohne technische Details geht es eigentlich nicht, weil es sind natürlich schon technische Geräte.

00:17:53: Und wir haben ja eben chemische Substanzen da drin, zum Beispiel die Stickoxide, das NO und das NO II.

00:17:59: Und wir haben eben da Messmethoden, auch im Labor auch, wenn wir ganz andere Sachen untersuchen, die eine Wechselwirkung oder irgendwas sich anschauen, also messen und meistens kommt dann Spannungssignal raus.

00:18:20: Also irgendwas passiert da mit dem Stickoxid im Gerät und da kommt zum Beispiel dann eine Spannung, die wird dann aufgezeigt und dann müssen wir schauen, welche Spannung, gehört zu welcher Konzentration, das macht man mit der Kalibration und so genau machen wir es da eigentlich auch.

00:18:36: Also wir haben Messgeräte, die messen ganz mal wie im Labor auch, aber diese Messgeräte, das Besondere sind so ganz kleine Sensoren, also die sind vielleicht so im Durchmesser so drei Zentimeter, sind also keine großen Tischgeräte und die sind... Und davon können wir eben viel mehr kaufen, die sind viel, viel günstiger.

00:18:59: Also eine Messstation von der LOBW oder Umweltbundesamt, die kostet vielleicht wirklich so achthunderttausend Euro oder so, ja, wenn man so vier, fünf Parameter messen möchte und dann muss man noch Temperatur und Feuchte und Strahlung müssen sie auch nicht alles noch messen.

00:19:16: dann kostet es richtig viel Geld.

00:19:18: Deshalb kann man sich ja da nicht so viel kaufen, aber wir machen das mit den sogenannten Low-Cost-Sensoren und das sind wir auch nicht die einzigen, das machen ganz viele auf der Welt jetzt so, seit es die eben so gut gibt.

00:19:30: Problem an den Dingern ist, dass die Datenqualität sehr viel schlechter ist und das ist der Hauptforschungsbereich.

00:19:37: Also wenn man diese Sensoren, die können schon messen, aber die Qualitätssicherung ist so aufwändig, damit man die Datenqualität so gut hinkriegt, damit man die, also für wissenschaftliche Untersuchungen, die verwenden kann.

00:19:51: Da muss man richtig viel Aufwand in die Datenqualität stecken.

00:19:55: Und das ist eigentlich das an, was wir forschen.

00:19:57: Und da sind wir auch nicht alleine.

00:19:59: Da gibt es eine ganze Community, die da jetzt forscht.

00:20:03: Und da wird dann mit maschinellen Lernen und neuronalen Netzen, wird da also dann geschaut, dass man die Datenqualität anhebt, weil da gibt es halt in diesen kleinen Gerädchen Querempfindlichkeiten und Störgrößen und Drifts und alles Mögliche, was eben Probleme macht.

00:20:23: Und das kann man aber eben, da gehen wir eben ran.

00:20:26: Da haben wir Forschungsarbeiten dran, da haben wir Bachelorarbeiten dran und zwar nicht nur von unserer Fakultät, auch jetzt zum Beispiel eine Informatikerin, auch da gerade dran, weil es natürlich auch ein Informatikthema ist.

00:20:38: Und da können wir ganz viele verschiedene Studierende verwenden, die sich dafür interessieren.

00:20:47: Wie entstehen aus vielen einzelnen Messwerten denn am Ende verständliche Informationen wie Trends oder Tagesverläufe?

00:20:54: Ja, das sind eben die Rohdaten, die ja, also diese Weinet wegen Millibolls zum Beispiel, die eben dann... geliefert werden.

00:21:02: Also da werden Sekundendaten, Tag und Nacht über Monate Jahre aufgezeichnet.

00:21:09: Und diese, also eine Box jetzt mal so zum Vergleich liefert am Tag ungefähr zweiundzwanzig Megabyte Daten.

00:21:17: Wenn wir das alles ausdrucken würden, was wir nicht machen, aber wenn es aufdrücken würden, das wären fünfzehntausend Dienerviersheiten.

00:21:23: Wow, pro Tag, pro Box.

00:21:25: Wir haben am Campus acht Boxen stehen.

00:21:28: Also richtig viele Daten und das ist ja Wahnsinn, da muss man also wirklich sich überlegen, wie händle ich das?

00:21:36: Und das läuft eben so, dass wir die Daten nicht als Sekundendaten brauchen und auch nicht abrufen, sondern als Minutendaten, dann wird es schon viel viel weniger.

00:21:45: und das kommt alles auf einen Server, den wir dafür eingerichtet haben und dort ist eine Datenbank.

00:21:52: und von dort können wir dann zum Beispiel sagen, gib mir mal Stundenmittelwerte nur von den Wochentagen oder gib mir mal Stundenmittelwerte nur von den Wochenendtagen, dass wir vielleicht Unterschiede angucken oder wir lassen uns Tagesgänge, Plotten, Mitstundenmittelwerten oder Mitminutenmittelwerte.

00:22:10: Also da kann man dann wirklich schauen, was wollen wir überhaupt wissen?

00:22:14: Unterschiede in den Stationen, Unterschiede zwischen morgen und abends oder zwischen Sonntag und Montag oder sowas.

00:22:21: Da können wir dann schauen, was uns dann interessiert.

00:22:27: Wie können Studierende, die das jetzt hören, sich aktiv machen oder sich einbringen?

00:22:31: Jederzeit sich bei uns melden.

00:22:33: Also ich glaube, wir sind aber dann auch irgendwann mal, wissen das, glaube ich, die Leute, weil man sieht auch die Messstationen.

00:22:40: Und wir wollen auch unbedingt Campusnutzerinnen und Campusnutzer.

00:22:46: damit einfangen, die jetzt nicht so mit Daten oder Luft oder was weiß ich zu tun haben.

00:22:51: Wir haben ja auch viel angestellte und also auch ganz andere auch oder Besucher auch, die kommen.

00:22:57: Da wollen wir Infotafeln aufstellen, die zum, das haben wir auch schon begonnen, die zum Thema Luftqualität und aber auch Digitalisierung oder sowas informieren.

00:23:10: zum Thema Funktion eines Klimaweltchens oder sowas.

00:23:14: Und da brauchen natürlich auch Leute, die so diese Umweltkommunikation gut können, also überhaupt Kommunikation nach außen.

00:23:22: Wir brauchen also da nicht nur Techniker und Fachleute zum Thema, was weiß ich, sondern wir brauchen auch wirklich Leute, die das gut der Allgemeinheit rüberbringen, weil wir das eben auch unbedingt möchten, dass das nicht nur jetzt unser unsere Spielwiese wird, sondern das soll auch wirklich nach außen wirken.

00:23:43: Wo darf man sich denn da melden?

00:23:44: Genau, ich sage bei Ihnen einfach.

00:23:46: Mir darf man eine E-Mail schicken, ganz genau.

00:23:51: Und auch bei uns jetzt das Facility Management oder so, die sind da auch total involviert.

00:23:56: Das passiert ja auf unserem Campus.

00:23:58: Die wissen da alle Bescheid.

00:24:00: Also wir freuen uns sehr, wenn da Leute von außen kommen, die da noch mitmachen möchten.

00:24:06: Genau, und die E-Mails findet ihr immer auf der Hochschule Heil-Pronn-Webseite.

00:24:09: Auch wenn ihr direkt den Namen eingibt, findet ihr direkt die E-Mail-Adresse von Frau Manschreck.

00:24:14: So, Frau Manschreck, vielen Dank für die spannende Einblicke.

00:24:17: Wir haben heute gelernt, dass Nurqualität mehr als neuen Messwert ist.

00:24:21: Sie beeinflusst unseren Alltag, unseren Campus und sogar zukünftige Stadtplanung.

00:24:27: Und bevor wir sie entlassen, kommt natürlich noch unsere traditionelle Abschlussfrage.

00:24:31: Und zwar, was trinken Sie denn zu Ihrem Dönappen?

00:24:34: Ich trinke eigentlich am liebsten ein Radler dazu.

00:24:37: Ah, schön.

00:24:40: Vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren.

00:24:42: Und dann alle Studierenden, wenn ihr Lust habt, an Campusprojekten rund um Luftqualität, Nachhaltigkeit oder Datenanalyse mitzuwirken, schaut gerne in die Angebote am Tech Campus oder sprecht direkt Raumanschreckern.

00:24:52: Das war's mit Herrn.

00:24:53: mit allem Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

00:24:56: Tschüss!

00:24:56: Tschüss!

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